Jubiläums-Newsletter TRANSFERkompakt März 2020

5 Jahre Transferagentur Niedersachsen.

Ein vom Bund gefördertes Projekt. Ein paar engagierte Institutionen und Kommunen im Land Niedersachsen. Und das Konstrukt eines Fördervereins. Viel mehr brauchte es nicht, um der Transferagentur Niedersachsen im Jahr 2014 das Leben einzuhauchen – mit Ausnahme der Menschen, die sich als Impulsgebende, Wegbereitende und Mitarbeitende landesweit engagieren.
Seit der offiziellen Auftaktveranstaltung 2015 ist in der Transferagentur viel passiert – auch jenseits von Begleitprozessen und Veranstaltungen. Gerne plaudern wir ein paar „Internas“ aus und hoffen, Ihnen die Transferagentur Niedersachsen
vielleicht mal ganz anders als lebendige, begeisterte und begeisternde Organisation vorstellen zu können …

Wussten Sie schon, dass ...?

70.597 km

allein 2019 von unseren Mitarbeiter/-innen mit der Bahn zurückgelegt wurden, wodurch 11.166 kg CO2 eingespart werden konnten. Hochgerechnet auf die gesamte Projektlaufzeit entspricht das ca. 350.000 km Bahnfahrt und 55.000 kg Ersparnis CO2.

7 kg Süßigkeiten

von jedem Mitarbeiter/jeder Mitarbeiterin verspeist und im Team 3.754 Liter Kaffee getrunken wurden (ausgehend von 3 Tafeln Schokolade à 100g/Woche und 3 Kannen Kaffee à 1,2 Liter/Tag). Das entspricht den Kalorien von 426 Äpfeln und dem Koffein von 2.294 Energy-Drinks.

11 Kinder

der Mitarbeiter/-innen allein in der Projektlaufzeit geboren wurden. Insgesamt kommen die 15 Mitarbeiter/-innen auf 28 Kinder im Alter zwischen 0 und 18 Jahren, das entspricht einem Durchschnitt von 1,87 Kinder pro Mitarbeiter/-in.

Michael Fedler, Geschäftsführer des Trägervereins

„Der Einfluss von Kommunen endet ja meistens an den Grenzen der Gebietskörperschaft. Für mich als einen im Hauptamt verantwortlichen Verwaltungsmitarbeiter ist es eine spannende Aufgabe, einmal über die Grenzen der eigenen Kommune hinweg gestaltend wirken zu können. Das gilt umso mehr, wenn es um eine der wichtigsten und zukunftsorientiertesten Leistungen einer Kommune geht – nämlich gute Bildung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu organisieren. Die wertschätzende Gemeinschaft aus Land, Kommunen und Zivilgesellschaft im Trägerverein, das leistungsfähige und menschlich tolle Team in der Transferagentur und die erfolgreichen Ergebnisse des gemeinsamen Tuns aus fünf intensiven Jahren machen es mir leicht, so manche Stunde zusätzlich für diese Idee einzusetzen.“ 

Michael Fedler leitet das Referat S für Strategische Planung beim Landkreis Osnabrück und ist seit Gründung des Trägervereins dessen ehrenamtlicher Geschäftsführer

Maßgeblich sind die Menschen, die eine Organisation ausmachen – so auch bei uns in der Transferagentur. Im Oktober 2014 starteten wir mit kaum mehr als einem Projektauftrag. Innerhalb kürzester Zeit sollten wir eine Agentur aufbauen, das erklärungsbedürftige Konzept DKBM in konkrete Angebote überführen und uns als untereinander unbekannte Personen zu einem Team zusammenfinden – keine leichte Aufgabe. Doch wenn ich jetzt auf die vergangenen fünf Jahre zurückblicke, kann ich ohne Eigenlob sagen: Es ist uns gelungen. Dabei ist es nicht nur die hohe Fachlichkeit im Team, die das gemeinsame Arbeiten für mich so wertvoll machen, sondern – um im Monitoring-Sprech zu bleiben – vor allem zwei Indikatoren: Der persönliche Umgang untereinander und dass viel gelacht wird.“

Dr. Marco Schmidt ist seit Beginn im Oktober 2014 Projektleiter der Transferagentur Niedersachsen

Prof. Euler & Prof. Sloane, wissensch. Begleitung

Die Transferagentur Niedersachsen ist eine der beiden Agenturen, die wir als „Start-up-Typ“ bezeichnet haben. Mit diesem Begriff wollten wir zum Ausdruck bringen, dass sie gleichsam als Grassroots-Ansatz aus den Aktivitäten des Vorläuferprogramms ‚Lernen vor Ort’ entstanden ist und eine Neugründung darstellt. Sie ist anders als die Mehrzahl der anderen Transferagenturen nicht an eine bestehende Trägerorganisation angebunden. Bedarfs- und Praxisorientierung kennzeichnen ihre Arbeit, sodass die Kommunen ihr von Anfang an ‚die Bude einrannten’. Die Agentur ist niedersachsenweit sichtbar und firmiert selbstbewusst als Agentur für Niedersachsen und eben nicht als eine übergreifende wissenschaftliche Einrichtung, die auch ein Projekt zum kommunalen Transfer betreibt. Es ist vielleicht ein norddeutsches Understatement, dass die Agentur in den Interviews darauf verweist, dass sie keine Prozessberatung anbiete, sondern sich lediglich als Prozessbegleiter verstehe. Ein Blick auf die praktische Arbeit zeigt in der Tat ein hervorragendes Konzept systemischer Beratung. Diese zielt in der Theorie darauf, Ratsuchende ganzheitlich zu unterstützen und sich selbst zu entwickeln. Dies realisiert die Agentur durch ein gestuftes Verfahren. Der Begleitprozess beginnt mit bis zu sechs ausführlichen Einzelgesprächen in der jeweiligen Kommune, um so eine umfassende Analyse zu gewährleisten und der Kommune den ‚Spiegel vorzuhalten’. Es werden Handlungsalternativen angeboten, aber keine Anweisungen formuliert. Als Referenzrahmen für die Beratung dienen die jeweiligen Möglichkeiten einer Kommune. Sich an den konkreten Bedarfen und Bedürfnissen der Kommunen zu orientieren, ist ein zentrales Leitbild der Agentur. Sie bietet eine sehr gut strukturierte Sequenz von Modulen für die Arbeit der Kommunen an und unterstützt deren Arbeit durch eine umfassende Materialsammlung von Best Practice-Beispielen. Die Agentur hat von Anfang an konstruktiv mit dem Land zusammengearbeitet. Sie ist eine der Transferagenturen, die bereits jetzt konzeptionell an der Verstetigung der Arbeit der Transferagentur arbeitet und die einzige Agentur, die hier schon konkrete Umsetzungsschritte in den Blick genommen hat. So gesehen ist ihr zu wünschen, dass dem fünfjährigen Jubiläum noch weitere Jubiläen folgen werden.

Prof. Dr. Dieter Euler, Universität St. Gallen, und Prof. Dr. Peter F.E. Sloane, Universität Paderborn, sind verantwortlich für die wissenschaftliche Begleitung der bundesweiten Transferinitiative Kommunales Bildungsmanagement