Jubiläums-Newsletter Transferkompakt März 2020

Spannende Hintergründe und Geschichten aus den Begleitkommunen.

Im direkten Kontakt mit kommunalen Verantwortlichen Voraussetzungen für gute Bildung schaffen – das ist seither Herzensangelegenheit der Transferagentur Niedersachsen. In Form von Interviews, Ist-Stand-Analysen, Info-Inputs und Lösungswerkstätten sowie immer wiederkehrenden Reflexions- und weiteren Sondierungsgesprächen begleiten wir derzeit 32 engagierte Kommunalverwaltungen in Niedersachsen beim Auf- und Ausbau des datenbasierten kommunalen Bildungsmanagements.

Die große Bereitschaft der Landkreise und kreisfreien Städte, sich dem Thema Bildung aus einer neuen Perspektive zu nähern, zeugt von einer erfolgreichen Zusammenarbeit. Dass dies teils abenteuerliche Dienstreisen bedeutet, zeigen unsere Anekdoten aus der Arbeit der Transfermanager und -managerinnen. Aber zunächst lassen wir mit den Landkreisen Verden und Heidekreis die zu Wort kommen, die im Zentrum unserer Arbeit stehen: Die Kommunen.

Die erste Begleitkommune: Landkreis Verden

„Der Landkreis Verden hat am 19.03.2015 als erste Kommune eine Zielvereinbarung mit der neugegründeten Transferagentur Niedersachsen unterzeichnet. Wir freuen uns deshalb sehr, an dieser Stelle zum fünfjährigen Jubiläum gratulieren zu dürfen! Ziel des Landkreises Verden ist es, zielgruppen- und bedarfsgerechte Bildungsangebote für alle Bürgerinnen und Bürger zu schaffen. Dazu ist es erforderlich, in der Kommunalverwaltung Bildung als Querschnittsaufgabe zu begreifen, die verschiedenen Akteure und Initiativen gezielter zu koordinieren und letztlich die Bildungs- und Beratungsangebote besser aufeinander abzustimmen. Im März 2015 begann der Begleitprozess durch die Transferagentur mit einer Ist-Stand-Analyse und Experteninterviews. Ein Ergebnisbericht lag kurze Zeit später vor und wurde landkreisintern allen bildungsrelevanten Fachdiensten vorgestellt. Damit war der Grundstein für ein fachdienstübergreifendes, datenbasiertes Bildungsmanagement gelegt. Als strategisches Steuerungsgremium hat sich in den letzten fünf Jahren die „Fachdienstleiterkonferenz Bildung und Teilhabe“ etabliert, der neben fünf Fachdienstleitungen, Vertreterinnen der Kreisvolkshochschule und des kommunalen Jobcenters „Arbeit im Landkreis Verden“, der Landrat und die erste Kreisrätin angehören. Die Arbeit dieses Gremiums wird neben dem Bildungsmanagement durch das Bildungsmonitoring, welches im Zuge der Prozessbegleitung durch die Transferagentur seit September 2016 aufgebaut wird, unterstützt. Im Mai 2019 wurde der erste Bildungsbericht für den Landkreis Verden im Rahmen einer hiesigen Bildungskonferenz präsentiert. Seither entwickelt sich das Bildungsmonitoring langsam aber stetig zu einem Dienstleistungsinstrument für die Fachdienste, bildet die Grundlage für Beschlussempfehlungen und Mitteilungen für die Kreisgremien und ermöglicht somit eine ressortübergreifende Strategieplanung. Die Transferagentur Niedersachsen fungierte in den vergangenen fünf Jahren mit ihrem Know-how, den Workshop-Angeboten und überregionalen Austauschen für uns als „Herzschrittmacher“, der uns immer dann neue Impulse gab, wenn der Prozess zur Einführung des DKBM drohte ins Stocken zu geraten. Seit Anfang 2018 ist der Landkreis Verden auch Mitglied im Trägerverein, um kommunale Bildungsansätze zu vernetzen, auszutauschen, um vor Ort Bildung zu gestalten und nicht zuletzt in Landes- und Bundespolitik auch sichtbar zu machen. Wir bedanken uns bei der Transferagentur für die engagierte und konstruktive Zusammenarbeit im Verlaufe des Begleitprozesses und wünschen allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch in den kommenden Jahren weiterhin viel Erfolg.“

Wussten Sie schon, dass...?

88 Zielvereinbarungen

mit Kommunen in Niedersachsen seit 2015 unterschrieben wurden? Die Zielvereinbarungen zwischen den Kommunen und der Transferagentur haben den Zweck, der Kommune beim Auf- und Ausbau ihres Bildungsmanagements zu unterstützen.

1.156 Dienstreiseanträge

von den Mitarbeitenden in 5 Jahren Transferagentur gestellt wurden? Die Reisezeit eines Transfermanagers bzw. einer Transfermanagerin nimmt durchschnittlich ca.  9 % der Arbeitszeit – zumeist im öffentlichen Nah- und Fernverkehr – ein.

291
Interviews

mit Bildungsakteuren in 33 Kommunen geführt wurden? Aus den Ergebnissen wird in Modul 1 eine Ist-Stand-Analyse zu einem vorab gemeinsam abgestimmten Thema erstellt, die die Grundlage für den weiteren Begleitprozess bildet.

Der Heidekreis hat durch das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung initiierte und finanzierte Programm  „Lernen vor Ort“ in den Jahren 2009 bis 2014 viele strukturbildende und inhaltliche Impulse zum Aufbau eines datenbasierten kommunalen Bildungsmanagements erhalten. Die in dieser Phase im Heidekreis entwickelten Steuerungsstrukturen, strategischen Handlungspläne und Maßnahmen konnten wiederum an das Programm als modellhafte Handlungsansätze zurückgegeben werden. Für den Heidekreis war es daher 2014 eine Selbstverständlichkeit, die Initiative zur Gründung des Trägervereins Transferagentur Kommunales Bildungsmanagement Niedersachsen unter Federführung des Landkreises Osnabrück aktiv durch eine Gründungsmitgliedschaft zu unterstützen. Der Trägerverein bietet durch seine Wurzeln in der niedersächsischen staatlich-kommunalen Verantwortungsgemeinschaft in Zusammenarbeit mit dem bürgerschaftlichen Engagement von Stiftungen eine gute Grundlage zur Unterstützung von örtlichen Handlungsstrategien für gute Bildung. Mit der Verabschiedung des Masterplans Bildung im Jahr 2013  hat der Heidekreis den Wandel von der Projektförderung „Lernen vor Ort“ zur institutionellen Förderung von Bildungsmaßnahmen aus Eigenmitteln nachhaltig gesichert. Die ständige Herausforderung der für die Bildung im Heidekreis verantwortlichen Institutionen, dem stetigen Wandel von Gesellschaft und Technik nicht bloß gerecht zu werden, sondern die Menschen darauf vorzubereiten und Veränderungen für den Heidekreis positiv zu nutzen, kann nur im überregionalen fachlichen Austausch erfüllt werden. Die Angebote der Transferagentur Niedersachsen, die vom Heidekreis aktiv genutzt werden, wie die Mitarbeit in den Arbeitsgruppen Kommunales Bildungsmonitoring und kommunale Koordination der Bildungsangebote für Neuzugewanderte im Rahmen des DKBM-Netzwerkes Niedersachsen sowie der laufende Beratungsprozess zur Qualitätsentwicklung des Masterplans Bildung sind wichtig für die Weiterentwicklung der Bildungslandschaft Heidekreis.“

Jürgen Haarstick leitet die Stabsstelle Schulverwaltung und Bildung, ÖPNV im Landkreis Heidekreis und gehört zu den Gründungsmitgliedern des Trägervereins der Transferagentur

Anekdoten aus der Welt der Transfermanager und -managerinnen

Waffen dabei?
Dr. Svetlana Kiel und Dr. Friederike Meyer zu Schwabedissen typo3/– Transfermanagerinnen seit den Anfängen der Transferagentur – waren auf dem Weg nach Wolfsburg. Wie bei fast jeder Dienstreise waren sie mit Moderationsmaterial und Flipcharts ausgestattet. In den Zug eingestiegen und den reservierten Sitzplatz eingenommen, kam der Schaffner auf sie zu und fragte: „Transportieren Sie Waffen in der Rolle?“ Da sie zunächst dachten, es handele sich um einen Scherz, antworteten sie: „Na klar.“ Sie merkten aber schnell, dass die Frage ernst gemeint war und zeigten dann den Inhalt der Rolle. Auf dem Rückweg ließen sie leider aus Versehen die dann leere Rolle in Wolfsburg auf dem Bahnhof stehen. Aus Sorge, diese könnte wie auf dem Hinweg als versteckte Waffe eingeordnet werden, machten die beiden eine offizielle Meldung beim Schaffner. Ein Großeinsatzkommando wegen einer leeren Transportrolle am Bahnhof wollten sie dann doch nicht riskieren.

Falsches Hotel?
Der Transfermanager Sebastian Latte und die Transfermanagerin Regine Prabel reisten im Jahr 2015 zu einer Schulung nach Dresden. Dort angekommen suchten sie nach ihrem Hotel. Leider fand man am richtigen Ort nur das Schild „Hotel geschlossen“ vor. Erst nach einigem Suchen in der Dunkelheit fanden die beiden Unterschlupf im nebengelegenen Gebäude. Das Hotel hatte leider versäumt, die Gäste über den Umzug zu informieren.