Glossar
Die wichtigsten Begriffe. Kurz und verständlich erklärt.

Zur Flankierung der Arbeit der Transferagenturen veröffentlichte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Februar 2015 das ESF-Förderprogramm „Bildung integriert“. Mit der Förderung sollen Kommunen in ganz Deutschland angesprochen und unterstützt werden, ein datenbasiertes Bildungsmanagement inklusive Bildungsberichterstattung aufzubauen bzw. weiterzuentwickeln. Mehr über „Bildung integriert“ lesen Sie unter Förderprogramme.

Der Bildungsbericht ist fester Bestandteil und zugleich wichtiges Ergebnis eines kommunalen Bildungsmonitorings. Er zeigt ein Gesamtbild der aktuellen Bildungssituation, indem er über die einzelnen Bildungsbereiche hinweg Daten und Statistiken anhand verschiedener Indikatoren aufbereitet. So wird den Kommunen eine fundierte, übergeordnete Bestandsaufnahme ihres Bildungswesens vor Ort ermöglicht.

Kommunales Bildungsmanagement bezeichnet die datenbasierte Steuerung und Koordination der verschiedenen Bildungsstationen vor Ort. Ziel ist es, bedarfsgerechte Angebote für alle Bürgerinnen und Bürger in allen Phasen ihres Lebens zu entwickeln und umzusetzen. Dazu werden verwaltungsinterne Prozesse optimiert und alle relevanten Akteure in einem Netzwerk zusammengebracht, von der frühkindlichen über die schulische Bildung, die berufliche Aus- und Weiterbildung bis zur Erwachsenenbildung. Was Bildungsmanagement im Einzelnen für die Kommune, die Bildungsakteure und die Bürgerinnen und Bürger bewirkt, erfahren Sie unter Vorteile.

Unter dem Begriff Bildungsmonitoring versteht man eine faktenbasierte, systematische Form der Berichterstattung, die Bildungsprozesse über einzelne Fachthemen hinweg kontinuierlich beobachtet und analysiert. So können Entwicklungen, Trends und potenzielle Herausforderungen objektiv erfasst, frühzeitig erkannt und transparent kommuniziert werden. Damit liefert das Bildungsmonitoring bildungspolitischen Entscheidern verlässliche Informationen über alle Phasen des lebenslangen Lernens. Klassische Produkte des Bildungsmonitorings sind zum Beispiel Bildungsberichte oder spezielle Vorlagen für Ämter und Gremien.

Mit der Initiative „Lernen vor Ort“ förderte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) von 2009 bis 2014 gemeinsam mit deutschen Stiftungen insgesamt 40 Kommunen bei der Entwicklung und Etablierung eines datenbasiertes Bildungsmanagements. Die Arbeit der Transferagenturen baut auf den positiven Erfahrungen von „Lernen vor Ort“ auf. Mit dem Transfer der guten Beispiele kommunaler Praxis (Transfergegenstände) trägt die Transferagentur die Ergebnisse des Programms in die Breite, in alle interessierten Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland.

Als Transfergegenstände werden übertragbare Beispiele guter kommunaler Praxis definiert, also Lösungen und Ansätze zur Entwicklung einzelner Komponenten eines kommunalen Bildungsmanagements. Dabei kann es sich sowohl um Strukturmodelle als auch um Angebote bzw. Instrumente handeln, die in einer Kommune bereits erprobt wurden. Die Bandbreite reicht von einzelnen Bildungsprojekten und Steuerungsinstrumenten, wie der Erstellung von Bildungsberichten, bis hin zu umfassenden Modellen sowie deren Prozessen in den kommunalen Strukturen, zum Beispiel der Einrichtung einer Stabsstelle für das Bildungsmanagement. Mit der Anpassung der Instrumente auf die identifizierten lokalen Bedarfe findet der sogenannte Transfer der „guten Beispiele“ statt. Dies wird als Transferprozess bezeichnet.

Während des Transferprozesses werden ein oder mehrere Transfergegenstände auf die Besonderheiten und Bedingungen in der Kommune abgestimmt und nachhaltig verankert. Kostenlose Unterstützung erhalten interessierte Landkreise und kreisfreie Städte dabei von der Transferagentur Niedersachsen.