Newsletter Transferkompakt Januar 2018
Thema: Leitbilder als Steuerungsinstrument.

Steuerung gehört zu den zentralen Gelingensfaktoren eines kommunalen Bildungsmanagements und setzt unter anderem voraus, dass alle bildungsrelevanten Aktivitäten in einer Kommune auf der Grundlage bildungspolitischer Ziele gebündelt und aufeinander abgestimmt werden. Diese mittel- bis langfristigen Ziele werden - zusammen mit weiteren Grundsätzen für die Arbeit im Bildungsbereich - häufig in einem Leitbild formuliert. Gemeinsam mit allen relevanten Bildungsakteuren entwickelt, dient es als Orientierungsrahmen für das Handeln der Beteiligten sowie der Positionierung der Kommune in der Öffentlichkeit. Ein gut moderierter partizipativer Erstellungsprozess wirkt sich zudem positiv auf die Vernetzung der Bildungsakteure vor Ort, die Schaffung einer gemeinsamen Haltung und die Verbindlichkeit der getroffenen Vereinbarungen aus.

 

Ein Leitbild kann als einzelnes Dokument bestehen, oder auch eingebettet sein in umfassende Konzepte. Konkrete Maßnahmen zur Zielerreichung werden in einem Leitbild nicht genannt. Regelmäßige Fortschreibungen sind notwendig, um das Bildungsleitbild ständig zu überprüfen und an aktuelle Entwicklungen anzupassen. Als Steuerungsinstrument auf normativer Ebene hat es damit Gültigkeit für alle Bildungsakteure auf allen Ebenen. „Relevanz besitzt dieses Instrument nicht nur für die an der Steuerung beteiligten Akteure, denen darin Ausgangspunkt und Zielvorgaben für die weitere Entwicklung einer Kommune, also gewissermaßen ein Handlungsrahmen, gegeben werden. Vielmehr schafft es Transparenz für alle Bildungsteilnehmerinnen und -teilnehmer über die inhaltliche Schwerpunktsetzung und bietet so Orientierung für Politik, Verwaltung, aber auch Zivilgesellschaft“ (Dana Tegge, 2015).

1. Was benötigt ein Leitbild?

Für die Entfaltung der Wirksamkeit eines Leitbildes ist die Übersetzung in das strategische und operative Management in allen Bildungsbereichen notwendig, sowohl in der kommunalen Verwaltung, als auch bei den Bildungsträgern, Schulen, Stiftungen usw. Damit ein Bildungsleitbild als Steuerungsinstrument funktioniert, braucht es daher die Einbettung in ein datenbasiertes kommunales Bildungsmanagement. Ohne diesen Schritt kann von dem Leitbild keine Steuerungsrelevanz ausgehen und das Leitbild bleibt ein für sich stehendes Dokument. Auch die Kommunikation des Bildungsleitbildes nimmt einen wichtigen Stellenwert ein und sollte sorgfältig geplant werden.

Damit das Bildungsleitbild immer aktuell bleibt, sind die datenbasierte Überprüfung der gesetzten Zielstellungen im Rahmen eines integrierten Bildungsmonitorings und eine regelmäßige Fortschreibung erforderlich. Um die Akzeptanz des Bildungsleitbildes bei allen Akteuren von Anfang an zu fördern und damit die Steuerungsrelevanz zu erhöhen, braucht es darüber hinaus einen breit angelegten partizipativen Erstellungsprozess. Alle Beteiligten sollten das Leitbild unterzeichnen. Die politische Legitimation wird durch einen Kreistags- bzw. Stadtratsbeschluss erreicht.

2. Wie entwickelt man ein Leitbild?

1.       Koordinierende Einheit bestimmen (z.B. Bildungsbüro)
2.       Einzubindende Akteure bestimmen
3.       Partizipativer Erstellungsprozess
4.       Abschließend abstimmen
5.       Legitimieren (Kreistags- oder Stadtratsbeschluss)
6.       Anschlussprozess definieren
          a. Wie wird das Leitbild kommuniziert?
          b. Wie wird es in das strategische und operative Management überführt?
          c. Wann wird es fortgeschrieben?

Der Erstellungsprozess eines Leitbildes kann einen längeren Zeitraum (ca. zwei Jahre) in Anspruch nehmen.